Fahrradanhänger Test – Kinderfahrradanhänger und mehr

Fahrradanhänger Test - 4 Kinderanhänger im Vergleich

Beim Fahrradanhänger Test unterscheiden wir zwischen zwei verschiedenen Anwendungsgebieten. Der klassische Fahrradanhänger / Lastenanhänger ist für den Transport von Gegenständen und Lasten konzipiert. Meistens handelt es sich dabei um einen recht unspektakulären Aufbau mit einer Rahmenkonstruktion und einer Box o.ä. als Ladefläche. Die zweite Variante ist der Fahrradanhänger für Kinder. Mit ihm können Personen, genauer noch Kinder, befördert werden. Welcher Anhänger für die persönlichen Bedürfnisse der Richtige ist, erfährt man über den Fahrradanhänger Test. Was es vor der Anschaffung alles zu beachten gibt, stellen wir in diesem Artikel vor. Im Fokus stehen die Anwendung, die Sicherheit und die Verarbeitung.

Kinderfahrradanhänger Test – Fahrradanhänger für Kinder

Wenn die Kinder noch zu klein für ein eigenes Fahrrad sind, dann ist der Kinderfahrradanhänger die perfekte Alternative, um nicht auf den geplanten Naturtrip zu verzichten. Auch in der Stadt punkten Fahrradanhänger mit dem flexiblen Einsatz. In den letzten Jahren ist ein richtiger Boom um die Fahrradanhänger für Kinder entstanden. Diverse Hersteller locken mit verschiedenen Modellen, Ausführungen und Erweiterungen. Egal ob Jogger,Walker oder Buggy, kaum ein Modell ist nur auf den Einsatz als Trailer beschränkt. Bei den Kinderanhängern gibt es zudem gesetzliche Bestimmungen und Vorgaben, die definitiv erfüllt sein sollten, mehr dazu später im Artikel.

Burley D'lite am Fahrrad angekoppelt

Fahrradanhänger Test – Sicherheit beim Kinderanhänger

Beim Fahrradanhänger gilt es ebenso auf die Sicherheit zu achten, wie auf dem Fahrrad selbst. Der Anhänger bewegt sich mit gleicher Geschwindigkeit wie das Zugfahrrad und nimmt genauso am Straßenverkehr teil. Integrierte Sicherheitsgurte sind bei jeder Fahrt und auch bei kurzen Strecken den Kindern anzulegen. Der Sitz wird entweder durch ein aufgespanntes Tuch gebildet (Tuchsitz) oder ist als Sitzschale integriert. Ebenfalls sollte das Kind in dem Anhänger einen Helm tragen. Kommt es zu einem Unfall, ist der Kopf geschützt und Verletzungen können reduziert werden. Passende Fahrradhelme für Kinder haben wir in dem Artikel zum Fahrradhelm Test aufgelistet.

Große Reifen am Fahrradanhänger

Der Raddruchmesser bestimmt Fahreigenschaften

Große Reifen geben einen sichereren Lauf und absorbieren kleine Unebenheiten der Wegstrecke. Gleichzeitig wird das Fahrgefühl ruhiger und der Fahrradanhänger liegt besser auf der Straße. Durch eine große Spurbreite wird die Straßenlage ebenfalls verbessert. Es sollten mindestens 16 Zoll, besser jedoch 20 Zoll Räder montiert sein. Die Spurbreite sollte nicht über 90 cm sein.

Eine Federung am Fahrradanhänger absorbiert Erschütterungen und Stöße

Besteht das Interesse nach mehr Komfort, so wählt man einen Fahrradanhänger mit eingebauter Federung. Diese Modelle sind nicht immer mit einem Aufpreis versehen, für Vielfahrer ist es  jedoch ein lohnenswertes Extra. Bei dem Typ der Federung besteht die Wahl zwischen einer Blattfederung und einer normalen Feder-Federung (siehe Bild vom Burley Fahrradanhänger). Auch wenn es für einen solchen Anhänger bezüglich der Federung keine gesetzlichen Reglements gibt, ist der Fahrkomfort nicht unerheblich für das Kind.

Federung am Qeridoo Sportrex-1

Prüfsiegel, Zertifikate und Normen beachten

Wir empfehlen Modelle zu kaufen, die ein TÜV, GS oder andere aussagekräftige, offizielle Prüfsiegel aufweisen. Oft geben die Hersteller auch an, an welche Normen und Vorschriften Sie sich bei der Konstruktion und beim Bau gehalten haben. Wird sich hier an geltende Normen gehalten, erfüllt der Anhänger notwendige Standards. Mehr zu den gesetzlichen Bestimmungen lest ihr weiter unten im Artikel.

Hinweisschild Schadstoffprüfung

Eine Sicherungsleine bietet optimalen Schutz, wenn die Kupplung versagt. Das Fangband wird dabei am Fahrrad und am Anhänger befestigt und dient als zweite Sicherung. Sollte die Anhängerkupplung einmal versagen, fällt die Deichsel nicht auf die Straße. Mit dieser Einrichtung wird ein Verkeilen der Deichsel auf dem Boden verhindert und der Anhänger überschlägt nicht dadurch nicht.

Fangseil an Anhängerkupplung am Fahrrad befestigt

Höhe vom Fahrradanhänger

Die Gespanne liegen alle wesentlich niedriger auf der Straße als der Fahrradfahrer selbst. Selbst wenn der Kinderanhänger fast die Sattelhähe erreicht, ist mit dem Aufsteigen des Fahrers der Unterschied wieder erheblich. Autofahrer können einen Trailer deutlich schwerer erkennen und leicht übersehen. Durch eine Fahne oder einen Wimpel können nachfolgende Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer gewarnt und darauf hingewiesen werden, dass nach dem Radfahrer noch etwas kommt.

Bremsen am Kinderfahrradanhänger

Zum Thema Sicherheit gehört auch, dass der Anhänger nach Möglichkeit eine eigene Bremse besitzt. Kuppelt man das Gespann ab, verhindert sie ein unkontrolliertes Wegrollen. Selbst wenn der Anhänger nicht abgekuppelt ist, kann er an Schrägen, Steigungen und Abfahrten durch die Bremsen nicht ins Rollen kommen. Das Eigengewicht und die Zuladung durch ein Kind, ist nicht zu unterschätzen. Mit durchaus möglichen 30-40 kg ist die Massenträgheit zwar vorhanden, bewegt sich die Masse jedoch erstmal bergab, muss man einiges an Kraft aufbringen um sie zu stoppen.

Die Bremsen sollten so konstruiert sein, dass man sie schnell und einfach betätigen und wieder lösen kann. Zudem sollte die Bremse an beiden Rädern greifen.

Bremshebel von einer Bremse am Anhänger

Beleuchtung am Fahrradanhänger – Fahrradanhänger Test

Jeder Anhänger sollte mit ausreichend Reflektoren bestückt sein. In der Regel ist der Anhänger auch breiter als das Rad, das ihn zieht, was vor allem beim Überholen berücksichtigt werden muss. Die „Überbreite“ kommt besonders dann zum Tragen, wenn man ein Modell für zwei Kinder fährt, wie z.B. den Croozer Kid for 2 oder Chariot Cougar 2.

Rote Rückstrahler für hinten und weiße Rückstrahler für vorne. Im Idealfall sitzen diese möglichst weit außen. So wird den anderen Verkehrsteilnehmer direkt signalisiert: Achtung, hier kommt etwas Breiteres als ein normales Fahrrad.

Nach der Montage des Fahrradanhängers am Fahrrad sollte immer geprüft werden, ob das Rücklicht vom Fahrrad auch hinter dem Anhänger noch zu erkennen ist. Sehr oft ist dies nicht der Fall. Wer ganz sicher sein will, sollte für Fahrten im Dunkeln eine zusätzliche Lampe an das Gespannt anbringen. Hierfür eigen sich Fahrradlampen mit Akkus und Standlichtfunktion besonders gut. Auch die Speichen können mit weiteren Reflektoren auffälliger gestaltet werden, hierbei gibt es kein „Zuviel“.

Rücklicht mit Akku von Trelock LS 320

Bodeneinheit, Verarbeitung und Material

Die Anhänger gibt es mit einer flexiblen Bodeneinheit oder einer harten Bodenschale. Dabei haben beide Ausführungen ihren Vorteil. Während die flexible Variante weniger wiegt und eventuell vorhandene Klappmechanismen genutzt werden können, um den Fahrradanhänger zu verstauen, bringt die harte Bodenschale Robustheit und Wetterfestigkeit bei Regen mit sich. Spritzwasser hat hier von unten keine Chance in den Wagen einzudringen.

Fahrgastzelle am Fahrradanhänger

Das Verdeck des Anhängers ist mit Fenstern aus durchsichtiger Plane versehen, hier kann nicht nur das Kind hinausschauen, auch die Eltern können von jeder Seite ihren Schützling im Auge behalten. Die Außenhülle ist wasserabweisend und imprägniert. Die Nähte sind bei guter Qualität doppelt genäht und lassen kein Regenwasser durch.

Der Anhänger sollte vollständig verschließbar sein. So kommen kein Spritzwasser und Fahrtschmutz ins Innere, gleichzeitig wird auch Zugwind vom Kind ferngehalten. Damit es im Sommer nicht zu heiß wird, empfiehlt es sich darauf zu achten, dass man ein Fliegen- bzw. Netzgitter installieren kann. Der positive Effekt dabei: Der Anhänger wird ventiliert und Insekten bleiben draußen. Viele Kinderanhänger haben das Insektenschutzgitter bereits serienmäßig.

Die Belüftung spielt gerade im Stand eine große Rolle. Steht man an der Ampel und strahlt die Sonne mit voller Kraft, wird es sehr schnell warm im Anhänger. Lüftungsgitter an der Unterseite und im hinteren Bereich sorgen für ausreichen Zirkulation.

Fahrradanhänger Test 2016 – Testergebnisse

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Stand: 25. Juni 2017 11:09 –

Zubehör und Anbauteile

Fast alle Fahrradanhänger lassen sich durch Bauteile erweitern und umfunktionieren. Wie bereits erwähnt ist der Umbau zum Buggy fast Standard.  Dazu wird in den meisten Fällen ein zusätzliches, drittes Laufrad am vorderen Bereich montiert. Die Hersteller achten überwiegend darauf, dass dies werkzeuglos passieren kann. Die diese Erweiterung können die Kleinen auch am Zielort einfach und bequem in dem Gefährt durch die Gegend schoben werden. Wer mag, kann damit auch joggen oder laufen gehen. Durch ein Erweiterungsset lassen sich einige Modelle zu einem Jogger umbauen. Anders als beim Buggy-Modus wird hier ein größeres, drittes Rad angebaut.

Burley Fahrradanhänger mit Federung

Worauf man beim Fahrradanhänger achten sollte

Aufgrund der Breite des Fahrradanhängers sollte man beim Umfahren von Hindernissen immer einen Blick nach unten und nach hinten werfen, um ein Hängenbleiben an einem Hindernis zu vermeiden. Von Nachteil ist, dass man den Nachwuchs natürlich nicht direkt im Blick hat. Hierfür kann man sich einen Rückspiegel am Lenker befestigen und diesen so einstellen, dass man über ihn auf den Anhänger gucken kann. Ein Umdrehen ist damit während der Fahrt nur selten nötig.

Der Anhänger sollte nicht breiter als die Tür sein

Wer sich einen Fahrradanhänger kauft, sollte im Fahrradanhänger Test vor allem darauf achten, dass der Trailer nicht breiter als die Keller-, Schuppen- oder Garagentür ist. Bei den Außenmaßen ist immer der gesamte Fahrradanhänger zu betrachten. Achtet man darauf, kann man den Anhänger bequem durch die Türen ziehen ohne ihn ständig einklappen oder gar die Laufräder abmontieren zu müssen.

Befestigung vom Fahrradanhänger am Fahrrad

Damit man den Fahrradanhänger sicher befestigen kann, sollte man bei der Anhängerkupplung auf einen sicheren Verschluss setzen. Die klassische Kugelkopfkupplung (wie beim Auto) wird von einer Pfanne umschlossen. Nur bei stärksten Erschütterungen kann diese Kupplung ihren Halt verlieren und der Anhänger aus der Anhängerkupplung springen. Die Kugelkopfkupplung wird im Regelfall mit an der Sattelstangenschraube befestigt. Für den klassischen Fahrradanhänger, mit dem keine Personen transportiert werden, ist die Deichsel oftmals auch ein Zugriff und sitzt somit etwas höher.

Burley Anhängerkupplung mit Fangband

Bei den Personenanhängern setzt man hingegen auf eine tiefe Deichsel und einer Befestigung am Fahrradrahmen bzw. direkt an der Hinterachse. Diese ist sicherer und kann genauso schnell an- und abgekuppelt werden. Geübt dauert das Anhängen weniger als 30 Sekunden. Der Kinderanhänger wird dazu noch mit einem Fangband gesichert.

Gesetzliche Bestimmungen für Fahrradanhänger

Seit 2009 hat der Gesetzgeber für das Führen bzw. Ziehen von Fahrradanhängern, in denen Personen transportiert werden, Regeln aufgestellt. So dürfen max. 2 Kinder bis 7 Jahre in einem Anhänger mitgenommen werden. Mit einem solchen Gespann darf man nur auf einem Fahrradweg fahren und dann nicht schneller als 30 km/h. Wer ein Kind in einem Fahrradanhänger transportieren möchte, der muss mindestens 16 Jahre alt sein. Seit 2013 gilt eine EU- Sicherheitsnorm für Fahrradanhänger, die in der DIN EN 15918 geregelt ist.

Zu diesen Vorschriften sollte man sich immer und jederzeit an die Vorgaben und Hinweise der Hersteller halten. Hier gibt es oftmals Geschwindigkeitsbeschränkungen bis 25 km/h und ein Maximalgewicht bis 6 kg.

Hundefahrradanhänger – Der Vollstänigkeit halber

Neben den Lastenanhängern und den Kinderfahrradanhängern gibt es auch noch die Hundefahrradanhänger. Immer wenn man seinen vierbeinigen Freund mitnehmen möchte und dieser für einen Hundefahrradkorb zu groß ist, bietet sich ein Fahrradanhänger für Hunde an.

Hundefahrradanhänger von Kranich mit Hund
Fahrradanhänger für Hunde

Der Hund kann im Inneren vom Hundeanhänger seinen Platz auf einem Kissen einnehmen und durch die Fenster die Umgebung begutachten. Je nach Anhänger gibt es hier noch Anschnall-Geschirre für den Hund, so ist er auch bei Unfällen geschützt.

Möchte man für den Hund höchstmöglichen Komfort, achtet man darauf, dass der Einstieg beim Hundeanhänger hinten ist. Befindet sich der Einstieg hinter dem Hinterrad, kann es für große Hunde etwas eng werden. Mit dem Einstieg an der Hinterseite kann der Hund bequem in den Fahrradanhänger einsteigen.

Fahrradanhänger Test – Fazit

Auch 2017 spielt das Budget bei der Anschaffung eines neuen Fahrradanhängers durchaus eine erhebliche Rolle. Wer jedoch im Bereich 350 Euro bis 550 Euro investieren möchte, findet gute und passende Modelle die im Alltag Spaß machen. Sicherheit sollte bei jedem Fahrradanhänger an aller oberster Stelle stehen, hier gilt es keine Kompromisse zu machen. Die Verarbeitung und ein hochwertiger Eindruck runden die Entscheidung für den passenden Fahrradanhänger ab. Bei der Fahrt wird man sich an die zusätzlichen 14 kg bis 18 kg gewöhnen, intensiver wird es dann, wenn noch ein Sprössling drin sind und man auch mal bis zu 45 kg hinter dem Fahrrad herziehen muss. Hier heiß es Übung macht den Meister und schon nach den ersten Kilometern hat ein Gespür für das veränderte Fahrverhalten. Die Stiftung Warentest prüft in den eigenen Tests z.B. auch auf Schadstoffe. Dies ist, besonder beim Einsatz mit Kindern sehr wichtig.

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