Fahrradurlaub am Geiseltalsee und in Merseburg

Blick über den Geiseltalsee

Anfang Mai bin ich zusammen mit meinem Fahrrad nach Merseburg gereist, um dort einen Freund zu besuchen und einmal gemeinsam mit ihm eine ausgiebige Fahrradtour in seiner Region zu machen. Sören, vom radblog.org, wohnt in Merseburg und fährt täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Alle 2-3 Tage umrundet er mit seinem Rennrad den Geiseltalsee. Er selbst erzählt mir immer wieder von seinen Ausfahrten und auf Bildern konnte ich bisher tolle Eindrücke von der Region in und um Merseburg bekommen. Die Runde um den Geiseltalsee sollte also auch für uns beide auf dem Tagesprogramm stehen. Da ich vorwiegend nur im flachen Land mit dem Fahrrad unterwegs bin, sollte die Umrundung durchaus ein paar Herausforderungen für mich mitbringen, dazu komme ich jedoch noch später.

Am Tag unserer Fahrradtour um den Geiseltalsee hatten wir zwar mächtig Wind, dafür jedoch blauen Himmel und herrlichen Sonnenschein. Anders als in meinem Fahrradurlaub in Celle, habe ich hier die volle Natur genossen und habe mich weniger den Sehenswürdigkeiten der Stadt gewidmet.

Meine Unterkunft in Merseburg

Alte Wassermühle in MerseburgGewohnt habe ich direkt am Schloss in Merseburg. Genauer gesagt, direkt an der Saale und neben dem Schlossgarten. Ich hatte mich gegen ein Hotel und für ein Appartement entschieden. Mein Appartement der Pension hätte rustikaler nicht sein können: kein Internetempfang, und Telefonempfang gab es nur direkt vor der Haustür. Ich war wirklich im Urlaub, dort, wo keine ungewollten Störungen per SMS, Anruf oder Kurznachrichtendienst zu mir durchgekommen sind. Das einzige Fenster in meinem Wohn- und Schlafzimmer könnt ihr auf dem Bild sehen. Wirklich schlicht und rustikal.

Pension in Merseburg

Der Geiseltalsee und seine Fakten

Das ehemalige Gelände des Braunkohletageabbaus bildet nun mit rund 19 km² Fläche den größten künstlich angelegten See in Deutschland. Der Umfang beträgt ca. 41 km und kann für ungeübte Fahrradfahrer durchaus eine Herausforderung darstellen.

Ausblick auf den Geiseltalsee bei Merseburg

Am See selbst gibt es verschiedene touristische Einrichtungen, wie einen Yachthafen, Restaurants, einen Campingplatz und andere interessante Punkte. An einem Berghang zum See ist ein Wein Anbaugebiet entstanden. Hier hat der Hang eine optimale Ausrichtung zum Verlauf der Sonne und die Trauben können so ideal wachsen. Um den Geiseltalsee herum befindet sich ein sehr gut ausgebauter Rad- und Wanderweg.

Fahrradweg um den Geiseltalsee

Auf einer breit asphaltierten Straße haben Wanderer und Radfahrer die Möglichkeit die 41 km Rundweg bequem und ohne größere Hindernisse zu meistern. Die Qualität des Asphalts ist dabei positiv und anerkennend zu erwähnen. Der Rundkurs um den Geiseltalsee ist bei vielen Fahrradfahrern und Wanderern beliebt und bildet einen Teil vom Radweg Sole, Kohle und Geschichte. Der Hafen Marina Mücheln und der Badestrand finden auch bei Nicht-Fahrradurlaubern großen Anklang. Am See selbst wachsen gerade die ersten Ferienhäuser und Ferienwohnungen aus dem Boden.

Unsere Fahrradtour startete in Merseburg

Gestartet sind wir in Merseburg und mussten so nun erst zum Geiseltalsee hinfahren. Insgesamt sollte unsere Fahrradtour eine Gesamtstrecke von rund 50 km betragen. Da wir bereits auf dem Weg zum See starken Gegenwind hatten, war es nicht ganz einfach, die Motivation aufrecht zu halten. Sören, der diese Strecke oft fährt, wusste natürlich um jede Besonderheit Bescheid. Sören hatte mich bereits im Vorfeld darüber informiert, dass es hier und da eine kleine Steigung gibt. Dabei ahnte ich jedoch nicht, was am Ende auf mich zukommen würde. Am See angelangt, machten wir eine erste kleine Pause. Diese 5 Minuten nutzte ich dafür, meinen Energiespeicher mit einem Cornyriegel aufzufrischen und nahm das erste Foto vom Geiseltalsee auf. Auf dem Bild unten kann man ganz schön mein Fahrrad und Sörens Rennrad erkennen, eigentlich ein unfaires Duell 🙂

Fahrräder - Rennrad und Trekkingrad / Crossrad

Die Steigung vor dem Weinberg am Geiseltalsee

Von hier aus ging es nun weiter in Richtung Weinberg, vorher jedoch erwartete mich eine nicht ganz unanstrengende Steigung, wie ich sie im flachen Lande bisher nicht kennengelernt habe. Bei mir in der Heimat ist es durchaus möglich 100 km mit dem Fahrrad zu fahren und dabei 0-20 Höhenmeter zu überwinden. Insgesamt habe ich an dem Tag ca. 280 Höhenmeter überwunden. Die Aussicht, die ich dadurch bekommen habe, hat jegliche Anstrengung wieder vergessen lassen. Der Blick auf den größten künstlichen See Deutschlands war durchaus imposant. Eine zweite kleine Pause machten wir kurz nach dem Ort Braunsbedra. Auch hier habe ich einen Powerriegel zu mir genommen und nach knapp 5 Minuten Aussicht genießen ging es dann weiter. Der Hintern konnte sich ein wenig vom Sattel erholen.

Leider haben wir die Bimmelbahn (Geiseltal-Express), die dort ebenfalls Streckenabschnitte um den Geiseltalsee fährt, nicht gesehen. Ideal für Familien und kleinere Gruppen. Während unserer Fahrradtour sind uns zahlreiche andere Fahrradfahrer entgegen gekommen. Vorbei an mehreren Kitesurfern drehten wir bei Frankleben eine kleine Extrarunde, um auf über 50 km zu kommen. Insgesamt sind wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19 km/h in 2:39 h die 50 km gefahren. Aufgezeichnet habe ich die Daten mittels Smartphone und der App Strava. Ich selbst bin damit sehr zufrieden.

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Mein Fazit zum Fahrradurlaub am Geiseltalsee bei Merseburg

Der Ausblick, die Landschaft und das Wasser haben die Mühen im Gegenwind und beim Erklimmen der Steigungen wieder wett gemacht. Ich für meinen Teil kann jedem, der sich in der Region aufhält, nur empfehlen eine Runde um den Geiseltalsee zu fahren. Als kleiner Tipp von mir: Es sollte nicht unbedingt der windigste Tag im Jahr sein, sonst kann es leicht anstrengend werden. Wir sind die ganze Zeit relativ gemütlich gefahren und haben nur zwei kleine Pausen eingelegt. Für uns stand das Fahrradfahren um den Geiseltalsee im Fokus.

Der Geiseltalsee

Wer sich die touristischen Highlights am See etwas genauer ansehen möchte, auch mal längere Pausen einlegen will, und mit einer gemütlichen Reisegeschwindigkeit fahren will, der sollte einen halben bis ganzen Tag für die Region um den See einplanen. Das Fahrrad sollte in jedem Fall eine funktionierende Gangschaltung haben und die Bremsen sollten technisch einwandfrei sein. Bei den Abfahrten vom Berg haben wir knappe 47 km/h auf dem Tacho gehabt. An dieser Stelle der Hinweis, dass man nicht ohne vernünftige Fahrradkleidung fahren sollte, der Fahrradhelm gehört dabei mit dazu. Ich hatte natürlich meinen Alpina Mythos 2 mit dabei, den ich mir extra noch vor dem Fahrradurlaub in Merseburg gekauft habe. Als nächstes steht ein neuer Fahrradsattel auf dem Plan…

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2 Kommentare

  1. Eine kleine Ergänzung:

    1. der Rundweg ist nur 25km und nicht 41km lang,http://www.gpsies.com/map.do?fileId=ciavixgutxqmdfkz
    2. der Höhenunterschied beträgt gerademal 100m und ist mit jedem normalen Rad leicht zu bewältigen,
    3. der Radweg Kohle-Sole-Geschichte ist nicht Teil des Rundweges, sondern beginnt/ endet am Rundweg und führt z.Zt. bis Lützen- später bis zum Elsterradweg: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=hmrtifbbrifkwufq
    4. den Rundweg kann man von Merseburg über den 3 Städteradweg (alte Heerstraße) oder die Salzstraße, von Schkopau über die Radroute Lauchagrund-Schwarzeiche und von Halle (Saaleradweg) über den Goetheradweg erreichen.
    5. Der Dolmenradweg zweigt in Braunsbedra vom Rundweg ab und führt über Goseck zum Saaleradweg nach Weißenfels, bzw. nach Leißling, wenn in 2016 die Saalebrücke fertig ist.
    6. der Goetheradweg erreicht den Unstrutradweg bei Weischütz, die Salzstraße in Karsdorf.

  2. Hallo Frau Müller, danke für die tollen Infos. Wir haben uns vielleicht missverständlich ausgedrückt, unsere Tour um den See war 41 km lang (wie auf dem Screenshot zu sehen).

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