Lackschäden am Fahrrad reparieren – Lackschäden beheben

Tiefer Kratzer am Fahrrad - Lackschaden

Irgendwann bekommt auch das edelste Bike bei noch so behutsamer Pflege den ersten Lackschaden. Ob sich aus dem Kratzer allmählich eine Roststelle entwickelt, hängt maßgeblich vom Rahmenmaterial ab. Fahrradrahmen aus Carbon und Aluminum rosten nicht, allerdings bildet auch Aluminium eine Korrosion. Unabhängig von Rostbildung und Alu-Korrosion möchten die meisten Fahrradbesitzer dennoch Lackschäden am Fahrrad reparieren, um das Bike optisch in gepflegtem Zustand zu halten. Damit Sie Kratzer und abgesplitterte Stellen im Fahrradlack selbst ausbessern und sogar tiefere Schrammen im Fahrradrahmen ausgleichen können, gibt es hier unsere Tipps für Sie.

Welcher Lack eignet sich für die Fahrradreparatur?

Grundsätzlich können Sie Autolack, Sprühlack, Lackstift oder einen Universallack zum Aufpinseln für das Ausbessern von Lackschäden verwenden; Farblack aus der Spraydose ist am einfachsten aufzutragen. Das größere Problem liegt darin, den passenden Farbton zu finden. Aufgrund der zahlreichen Fahrradhersteller und noch mehr Fahrradmodelle gibt es keinen speziellen Fahrradlack, der sich ähnlich wie beim Autolack anhand eines Farbcodes kaufen lässt.

Sprühlack Dose Schwarz

Den richtigen Farbton ermitteln

Bevor Sie Lackschäden am Fahrrad reparieren wollen, müssen Sie sich vor dem Ausbessern auf die Suche nach einem Lack im passenden Farbton machen. Insofern Sie den Reparaturlack online kaufen wollen, können Sie z. B. bei Wikipedia die RAL Farbtöne ansehen und überprüfen, ob Ihr Fahrrad in einer der normierten Farben lackiert ist. Das Farbregister umfasst matte, glänzende Oberflächen sowie Effektfarben, zu denen auch Metallic-Farben gehören. Bedenken Sie jedoch, dass die Suche im RAL Farbregister keine Garantie darstellt, dass Sie die exakte Farbnuance finden, denn die Bildschirmdarstellung auf PC oder Smartphone kann die Ansicht der RAL Farben verfälschen.

Haben Sie die Möglichkeit, in einem Fachmarkt für Autozubehör oder in einem Baumarkt nach Lack zu schauen, können Sie am Fahrrad in direkter Nähe des auszubessernden Lackschadens etwas Farbe abkratzen und mit durchsichtigem Klebestreifen auf ein weißes Blatt Papier kleben. Diesen Abrieb nehmen Sie zum Farbenkauf mit und können so einen möglichst identischen Farbton für die Fahrradreparatur mitbringen.

So bessern Sie den Lackschaden am Fahrrad aus

Um Lackschäden am Fahrrad auszubessern, benötigen Sie nur wenige Utensilien, meist ist es sehr günstig, kleine Reparaturen selbst durchzuführen. Was Sie genau für das Entfernen von kleinen Schäden brauchen, hängt von der Schadensart ab:

Sehr feine Kratzer im Lack wegpolieren

Bei sehr feinen oberflächlichen Kratzern auf pulverbeschichtetem Rohr genügt die Anwendung einer flüssigen Lackpolitur oder eines Lackreinigers, um die Fahrradlackierung wieder auf Vordermann zu bringen. Beide Produkte enthalten winzig kleine Schleifkörper. Politur oder Lackreiniger werden mit einem Baumwolltuch über das lackierte Fahrradrohr gerieben. Dabei ist darauf zu achten, dass Sie von der Lackpolitur bzw. dem Reiniger immer wieder auf das Tuch geben und das Baumwolltuch über längere Zeit in alle Richtungen bewegen. Dabei wird hauchdünn die oberste Schicht abgetragen, so dass oberflächliche Kratzer verschwinden. Mit einer Wachspolitur wird abschließend eine Schutzschicht aufgetragen.

Lackpolitur und Polierwatte

Tiefe Kratzer im Fahrradrahmen ausbessern

Haben die Kratzer jedoch die Lackschicht tiefer durchdrungen, so dass Sie schon auf das Rohrmaterial durchschauen können, brauchen Sie diese Utensilien:

  • grobes Schmirgelpapier (Körnung 80)
  • feines Schleifpapier (Körnung 120 oder 240)
  • 800-er Nass-Schleifpapier
  • Metallhaftgrundierung (bei Stahlrohrrahmen mit Rostschutz auswählen, bei Aluminiumrahmen benötigen Sie eine spezielle Ätz-Grundierung)
  • 1-2 kleine Pinsel
  • eventuell Füllspachtel & kleiner Spatel
  • Farblack im passenden Farbton
  • Fettlöser
  • reichlich Zeitungspapier zum Abdecken
  • Lackpolitur
  • Wachspolitur

Wichtig: Die Lackreparatur sollte unbedingt an einem windstillen Tag bzw. in einem staubfreien, aber belüfteten Raum stattfinden.

Die Lackstelle für eine Lackierung vorbereiten

Beginnen Sie, indem Sie mit dem groben Schmirgelpapier die beschädigte Stelle leicht abschmirgeln. Nun schmirgeln Sie mit dem feineren Schleifpapier nach, um eine möglichst ebene Fläche zu erzielen. Keinesfalls sollten Sie bei diesen Arbeitsschritten unnötig Farbe abtragen, da es nur darum geht, die Oberfläche aufzurauen und die Ränder zu ebnen.

Oberfläche von Fett und Öl befreien

Nachdem Sie nun mit einem Fettlöser Staub und Fett gründlich entfernt haben, wird mit einem kleinen Pinsel etwas Grundierung aufgetragen bzw. aufgesprüht. Nun muss gewaretet werden, bis diese getrocknet ist, anschließend mit mit dem 800-er Nass-Schleifpapier die Stelle abschmirgeln. Dazu wird das Schmirgelpapier immer wieder mit Wasser befeuchtet. Anschließend wird die Schmirgelschlacke mit Fettlöser sorgfältig weggewischt, damit jetzt der eigentliche Farbanstrich erfolgen kann. Falls Sie einen Steinschlag oder eine größere Macke spachteln müssen, wird der Füllspachtel im Anschluss an die Grundierung aufgetragen, trocknen gelassen, abgeschliffen und entfettet.

Umliegende Teile gut abdecken – Sprühnebel ist sehr fein

Möchten Sie den Lackschaden am Fahrradrahmen mit der Sprühdose kaschieren, sollten Sie nun Fußboden und ggf. Reifen, Lenker, Gepäckträger bzw. andere, in der Nähe liegenden Fahrradteile mit Zeitungspapier abdecken. Verwenden Sie die Spraydose entsprechend der Gebrauchsanleitung und halten Sie die dort vorgegebene Entfernung zwischen Lackdose und Metall ein. Idealerweise legen Sie beim Sprühen immer nur einen dünnen Farbnebel auf die auszubessernde Stelle. Soi vermeiden Sie unschöne Farbnasen.

Mit dem Lackstift ausbessern

Wollen Sie die Lackschäden mit einem Lackstift bzw. Pinsel auftragen, gilt ebenso wie beim Spritzen: Dünne Schichten sind besser, als dicke Farbschichten. Bei Bedarf können Sie auch mehrere dünne Lackschichten nacheinander auftragen. Um den Lack zu versiegeln kann mit einem Klarlack nachgearbeitet werden, bei Matten lcken muss jedoch darauf geachtet werden, dass hier kein übermäßiger Glanz entsteht. Nach ausreichender Trockenzeit (am besten 24 Stunden oder mehr), erfolgt zum Abschluss eine Lackpolitur mit einem geeigneten Mittel.

Bei den Ausbesserungen tieferer Lackschäden geht es darum Rost und Korrosion zu verhindern. Fabrikneu wird das Fahrrad danach nicht wieder aussehen, die ausgebesserte Stelle wird sichtbar sein und bleiben. Wer eine unsichtbare Ausbesserung möchte, der sollte sich bei einem Maler und Lackierer ein Angebot einholen.

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